Warum gebrauchte Arbeitskleidung?
Eine Arbeitshose von Engelbert Strauss oder Mascot ist für zehn Jahre Baustelle gebaut. Die meisten werden nach zwei Jahren aussortiert, weil der Betrieb die Firmenfarbe wechselt oder ein Mitarbeiter geht. Was dann passiert, entscheidet, ob aus gutem Material Abfall wird oder wieder Arbeitskleidung.
Was eine Arbeitshose wirklich kostet
Der Preis auf dem Etikett ist nur ein Teil der Rechnung. Hinter jeder neuen Hose stehen Baumwolle, Wasser, Energie und ein Transportweg. Die Zahlen sind Durchschnittswerte für eine Arbeitshose aus Mischgewebe mit etwa 700 Gramm Gewicht.
Wasser- und CO2-Werte nach Angaben des Umweltbundesamts und der Ellen MacArthur Foundation zur Textilherstellung, gerundet. Der Preis ist unser tatsächlicher Durchschnitt gegenüber der unverbindlichen Preisempfehlung der Hersteller.
Das Argument, das Handwerker überzeugt
Was zwei Jahre Baustelle überlebt hat, hält auch den Rest
Neuware hat ein Risiko, das niemand auf dem Zettel hat: Schwachstellen zeigen sich erst nach dem Kauf. Bei einer gebrauchten Hose sind Reißverschluss, Nähte und Kniepartie bereits getestet. Was noch dran ist, funktioniert. Was nicht mehr geht, sehen Sie auf den Fotos und im Preis.
Für den Preis einer neuen bekommen Sie drei
Eine Bundhose e.s.motion kostet neu 70 bis 80 Euro. Hier liegt sie bei 20 bis 40. Wer drei Hosen im Wechsel trägt, wäscht seltener heiß und verlängert damit die Lebensdauer aller drei. Das rechnet sich doppelt.
Nichts wird schöngeredet
Jedes Teil ist einzeln fotografiert, von vorne und hinten, und trägt eine Zustandsnote von eins bis fünf. Flecken, abgewetzte Stellen und fehlende Etiketten stehen im Text, nicht im Kleingedruckten. Gewaschen wird vorher nicht, weil eine Wäsche Flecken verdeckt, die nach dem zweiten Waschgang wieder da sind.
Die Zustandsnote: was die fünf Stufen bedeuten
Bei gebrauchter Ware entscheidet die Beschreibung darüber, ob ein Kauf funktioniert. Deshalb bekommt jedes Teil eine Note, die immer dasselbe bedeutet.
Deutliche Spuren: Flecken, die nicht rausgehen, abgewetzte Stellen, eventuell kleine Reparaturen. Alles intakt und tragbar, der Preis ist entsprechend.
Normale Gebrauchsspuren: etwas ausgeblichen, leicht abgewetzte Knie oder Kanten, vereinzelt kleine Flecken. Voll funktionsfähig, nichts kaputt.
Kaum getragen. Keine Flecken, keine Reparaturen, Stoff noch fest. Höchstens leichte Knickfalten oder minimal blassere Farbe an Knie oder Taschenrand.
Keine Gebrauchsspuren erkennbar, oft noch mit Etikett. Farbe kräftig, Nähte und Reißverschlüsse wie neu. Meist Lagerware oder nie ausgegeben.
Der Kreislauf: woher die Ware kommt
Ein Unternehmen wechselt die Firmenfarbe oder stellt auf Mietwäsche um. Hunderte Teile werden auf einmal frei, viele davon kaum getragen.
Ich übernehme den Posten als Ganzes. Was darin steckt, sieht man erst beim Auspacken: von neuwertig bis durchgescheuert ist alles dabei.
Jedes Teil wird angesehen, fotografiert, gemessen und bewertet. Was den Einzelverkauf nicht trägt, geht ins Bündel oder in die Textilverwertung.
Das Teil geht an jemanden, der es wieder benutzt. Kein neues Material, kein Container, keine Verbrennung.
Häufige Fragen
Ist gebrauchte Arbeitskleidung hygienisch?
Die Teile kommen ungewaschen, so wie sie aus dem Posten kommen, und das steht auch dabei. Waschen Sie das Teil nach Erhalt einmal nach Pflegeetikett, in der Regel bei 60 Grad, dann ist es einsatzbereit. Ich wasche nicht vorher, weil eine Wäsche Flecken verdeckt, die nach dem zweiten Waschgang wieder auftauchen. Sie sollen den echten Zustand sehen, nicht einen geschönten.
Gilt die Schutznorm bei gebrauchter Warnschutzkleidung noch?
Nein, jedenfalls nicht zugesichert. Die Leuchtkraft von Warnfarben lässt mit jeder Wäsche nach, Reflexstreifen werden stumpf, und bei Flammschutz können Öl und Fett im Gewebe die Wirkung sogar aufheben. Von außen lässt sich das nicht messen.
Was ich tue: Ich schreibe hin, welche Normen auf dem Etikett standen, und zeige den Zustand auf Fotos. Für den Einsatz im Betrieb entscheidet der Arbeitgeber im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung, ob ein gebrauchtes Teil geeignet ist. Für Hobby, Garten, Werkstatt und Nebenerwerb ist das eine sehr günstige Möglichkeit, an robuste Kleidung zu kommen.
Welche Größe brauche ich, wenn das Etikett fehlt?
Bei jedem Teil stehen die gemessenen Werte: Bundweite, Schrittlänge und Gesamtlänge, flach auf dem Tisch gemessen. Legen Sie eine Hose, die gut sitzt, daneben und vergleichen Sie. Das ist genauer als jede Tabelle. Wer zwischen zwei Größen liegt, nimmt bei Baumwollhosen die größere, weil sie beim ersten Waschen ein bis zwei Zentimeter eingeht. Die Größentabelle erklärt außerdem Kurz- und Langgrößen.
Was ist eine Kurzgröße und was eine Langgröße?
Die Konfektionsgröße beschreibt den Bundumfang, die Länge beschreibt die Beinlänge. Größe 52 in Normallänge passt bei etwa 176 bis 182 cm Körpergröße. Dieselbe Bundweite in Kurzgröße heißt bei vielen Herstellern 26 oder 52 S und passt bis etwa 175 cm. In Langgröße heißt sie 104 oder 52 L und passt ab etwa 183 cm. Die Kurzgröße ist immer die halbe Normalgröße, die Langgröße die doppelte.
Kann ich zurückgeben, wenn etwas nicht passt?
Ja. Sie haben ein gesetzliches Widerrufsrecht von 14 Tagen, die Einzelheiten stehen in der Widerrufsbelehrung. Damit es gar nicht so weit kommt, beschreibe ich jedes Teil so genau wie möglich: Maße, Zustandsnote, Mängel im Text und Fotos von beiden Seiten. Wenn etwas ankommt, das nicht zur Beschreibung passt, melden Sie sich.
Warum sind die Teile so viel günstiger als neu?
Weil der Einkauf anders läuft. Ich kaufe Restposten als Ganzes, oft für einen symbolischen Betrag, und der Aufwand liegt im Sortieren, Fotografieren und Messen. Es gibt keinen Zwischenhandel, keine Lagerhaltung in großem Stil und keine Werbung. Der Preis spiegelt den Zustand: je mehr Spuren, desto günstiger.
Lohnt sich das auch für Betriebe?
Für Azubis, Aushilfen und Saisonkräfte ja, ebenso als Reserve für den Fall, dass jemand kurzfristig etwas braucht. Für die reguläre Ausstattung mit einheitlicher Firmenfarbe eher nicht, weil jedes Teil ein Einzelstück ist und sich nicht nachbestellen lässt. Bei Schutzausrüstung, die der Arbeitgeber stellen muss, gilt außerdem die Einschränkung oben.