Warum gebrauchte Arbeitskleidung?
Eine Arbeitshose von Engelbert Strauss oder Mascot ist auf viele Jahre Einsatz gebaut. Trotzdem landen gut erhaltene Teile als Restposten im Handel. Was dann passiert, entscheidet, ob aus gutem Material Abfall wird oder wieder Arbeitskleidung.
Was eine Arbeitshose wirklich kostet
Der Preis auf dem Etikett ist nur ein Teil der Rechnung. Hinter jeder neuen Hose stehen Baumwolle, Wasser, Energie und ein Transportweg. Die Werte sind Richtwerte aus Studien, echte Zahlen hängen von Material und Herstellung ab.
Wasser: Umweltbundesamt, Kleider mit Haken (2021), S. 16, Hose aus mindestens 90 % Baumwolle. CO2: Ökobilanzen von Levi’s (Jeans 501, 2015) und Fristads (Arbeitshose, 2021). Ein gebrauchtes Teil ersetzt nicht immer ein neues, Studien gehen von 60 bis 85 ersetzten neuen Teilen je 100 gebrauchten aus (TU Dänemark, 2010).
Das Argument, das Handwerker überzeugt
Was zwei Jahre Baustelle überlebt hat, hält auch den Rest
Neuware hat ein Risiko, das niemand auf dem Zettel hat: Schwachstellen zeigen sich erst nach dem Kauf. Bei einer gebrauchten Hose sind Reißverschluss, Nähte und Kniepartie bereits getestet. Was noch dran ist, funktioniert. Was nicht mehr geht, sehen Sie auf den Fotos und im Preis.
Für den Preis einer neuen bekommen Sie drei
Eine Bundhose e.s.motion kostet neu 70 bis 80 Euro. Hier liegt sie bei 20 bis 40. Wer drei Hosen im Wechsel trägt, wäscht seltener heiß und verlängert damit die Lebensdauer aller drei. Das rechnet sich doppelt.
Nichts wird schöngeredet
Jedes Teil ist einzeln fotografiert, von vorne und hinten, und trägt eine Zustandsnote von eins bis fünf. Flecken, abgewetzte Stellen und fehlende Etiketten stehen im Text, nicht im Kleingedruckten. Jedes Teil wird gewaschen und geprüft, bevor es fotografiert wird. Was danach noch zu sehen ist, steht in der Beschreibung.
Die Zustandsnote: was die fünf Stufen bedeuten
Bei gebrauchter Ware entscheidet die Beschreibung darüber, ob ein Kauf funktioniert. Deshalb bekommt jedes Teil eine Note, die immer dasselbe bedeutet.
Deutliche Spuren: Flecken, die nicht rausgehen, abgewetzte Stellen, eventuell kleine Reparaturen. Alles intakt und tragbar, der Preis ist entsprechend.
Normale Gebrauchsspuren: etwas ausgeblichen, leicht abgewetzte Knie oder Kanten, vereinzelt kleine Flecken. Voll funktionsfähig, nichts kaputt.
Kaum getragen. Keine Flecken, keine Reparaturen, Stoff noch fest. Höchstens leichte Knickfalten oder minimal blassere Farbe an Knie oder Taschenrand.
Keine Gebrauchsspuren erkennbar, oft noch mit Etikett. Farbe kräftig, Nähte und Reißverschlüsse wie neu. Meist Lagerware oder nie ausgegeben.
Der Kreislauf: woher die Ware kommt
Ein Unternehmen wechselt die Firmenfarbe oder stellt auf Mietwäsche um. Hunderte Teile werden auf einmal frei, viele davon kaum getragen.
Ich übernehme den Posten als Ganzes. Was darin steckt, sieht man erst beim Auspacken: von neuwertig bis durchgescheuert ist alles dabei.
Jedes Teil wird gewaschen, geprüft, fotografiert und bewertet. Was den Einzelverkauf nicht trägt, geht ins Bündel oder in die Textilverwertung.
Das Teil geht an jemanden, der es wieder benutzt. Kein neues Material, kein Container, keine Verbrennung.
Häufige Fragen
Ist gebrauchte Arbeitskleidung hygienisch?
Ja. Jedes Teil wird gewaschen und geprüft, bevor es fotografiert und eingestellt wird. Auf den Fotos sehen Sie den Zustand nach der Wäsche, mit allen Spuren, die geblieben sind. Wer ganz sichergehen will, wäscht nach Erhalt noch einmal nach Pflegeetikett.
Gilt die Schutznorm bei gebrauchter Warnschutzkleidung noch?
Nein, jedenfalls nicht zugesichert. Die Leuchtkraft von Warnfarben lässt mit jeder Wäsche nach, Reflexstreifen werden stumpf, und bei Flammschutz können Öl und Fett im Gewebe die Wirkung sogar aufheben. Von außen lässt sich das nicht messen.
Was ich tue: Ich schreibe hin, welche Normen auf dem Etikett standen, und zeige den Zustand auf Fotos. Für den Einsatz im Betrieb entscheidet der Arbeitgeber im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung, ob ein gebrauchtes Teil geeignet ist. Für Hobby, Garten, Werkstatt und Nebenerwerb ist das eine sehr günstige Möglichkeit, an robuste Kleidung zu kommen.
Welche Größe brauche ich, wenn das Etikett fehlt?
Wenn das Etikett fehlt oder unleserlich ist, steht das beim Teil. Legen Sie eine eigene Hose, die gut sitzt, flach hin, messen Sie Bund und Schrittlänge und vergleichen Sie mit der Größentabelle. Die erklärt auch Kurz- und Langgrößen. Im Zweifel fragen Sie einfach nach.
Was ist eine Kurzgröße und was eine Langgröße?
Die Konfektionsgröße beschreibt den Bundumfang, die Länge beschreibt die Beinlänge. Größe 52 in Normallänge passt bei etwa 176 bis 182 cm Körpergröße. Dieselbe Bundweite in Kurzgröße heißt bei vielen Herstellern 26 oder 52 S und passt bis etwa 175 cm. In Langgröße heißt sie 104 oder 52 L und passt ab etwa 183 cm. Die Kurzgröße ist immer die halbe Normalgröße, die Langgröße die doppelte.
Kann ich zurückgeben, wenn etwas nicht passt?
Ja. Sie haben ein gesetzliches Widerrufsrecht von 14 Tagen, die Einzelheiten stehen in der Widerrufsbelehrung. Damit es gar nicht so weit kommt, beschreibe ich jedes Teil so genau wie möglich: Zustandsnote, Mängel im Text und Fotos von beiden Seiten. Wenn etwas ankommt, das nicht zur Beschreibung passt, melden Sie sich.
Warum sind die Teile so viel günstiger als neu?
Weil der Einkauf anders läuft. Ich kaufe Restposten als Ganzes, oft für einen symbolischen Betrag, und der Aufwand liegt im Sortieren, Waschen und Fotografieren. Es gibt keinen Zwischenhandel, keine Lagerhaltung in großem Stil und keine Werbung. Der Preis spiegelt den Zustand: je mehr Spuren, desto günstiger.
Lohnt sich das auch für Betriebe?
Für Azubis, Aushilfen und Saisonkräfte ja, ebenso als Reserve für den Fall, dass jemand kurzfristig etwas braucht. Für die reguläre Ausstattung mit einheitlicher Firmenfarbe eher nicht, weil jedes Teil ein Einzelstück ist und sich nicht nachbestellen lässt. Bei Schutzausrüstung, die der Arbeitgeber stellen muss, gilt außerdem die Einschränkung oben.